Grundbegriffe der Fotographie
Auf dieser Seite werden an einigen Bildbeispielen die wichtigsten Grundbegriffe der Fotographie erläutert.
Blende:
Die Blende bezeichnet eine vom Fotographen variierbare Öffnung im Objektiv. Sie wird in einer Blendenzahl f angegeben und ist dafür verantwortlich, wieviel Licht durch das Objektiv gelassen wird. Man spricht hierbei auch von der Lichtstärke eines Objektives. Je kleiner die Blendenzahl (z.B. f 1.4) ist, desto größer ist die Lichtstärke des Objektives. Gleichzeitig verringert sich mit kleinerer Blendenzahl die Tiefenschärfe der Aufnahme. Die Blendenzahl ist ein genormter Wert um Objektive vergleichen zu können. Jeder kleinere Blendenwert verdoppelt die Lichtmenge, die durch das Objektiv fällt. Folgende Werte sind volle Blendenschritte: 1.4, 2, 2.8, 4, 5.6, 8, 11, 16, 22. Zusätzlich gibt es Teilschritte, wie z.B. von 1.4 zu 1.8.
Die beiden Beispielaufnahmen zeigen, wie sich mit größerer Blendenzahl die Tiefenschärfe der Abbildung erhöht, während gleichzeitig eine längere Belichtungszeit gewählt werden muss um eine gleichwertige Belichtung zu erzielen.
Brennweite:
Die Brennweite wird auf Objektiven in mm angeben (z.B. 50mm) Bei gleichbleibendem Standpunkt des Fotographen verkleinert sich mit größer werdender Brennweite der Winkel und damit der Ausschnitt der Aufnahme. Man unterteilt die Brennweiten von Objektiven in drei Bereiche: Weitwinkel, Normalbrennweiten und Telebrennweiten. Von welcher Art Brennweite man spricht, ist abhängig von der Größe des Aufnahmechips bzw. Films der Kamera.
Während Weitwinkelbrennweiten erlauben, einen wie der Name sagt weiten Winkel abzubilden, verkleinert sich dadurch automatisch das Dargestellte.
Normalbrennweiten lassen eine Darstellung von Objekten in natürlicher Größe zu und entsprechen damit am ehesten dem Seheindruck des menschlichen Auges, auch wenn der abgebildete Winkel kleiner ist.
Telebrennweiten machen es möglich, Ausschnitte aus kleinen Winkeln abzubilden und damit Objekte größer darzustellen.
An einer 36mm Kleinbildkamera spricht man bei 40-50mm von einer Normalbrennweite, da die Diagonale des 24x36mm großen Films ungefähr diesem Bereich entspricht. Kleinere Brennweiten werden als Weitwinkel, größere als Telebrennweiten bezeichnet.
Die Beispielsbilder verdeutlichen, wie sich bei gleichbleibendem Standpunkt mit größerer Brennweite der abgebildete Ausschnitt verkleinert, während gleichzeitig die fotographierte Person größer abgebildet wird, also einen größeren Teil der der Fotographie ausfüllt.
Perspektive:
Die Veränderung der Perspektive erlaubt es, Motive aus verschiedenen Blickwinkeln zu fotographieren und damit verschiedene Bildwirkungen zu erzielen. Bekannte Perspektiven sind die Vogelperspektive aus der Luft, die Normalperspektive eines Menschen und die sogenannte Bodennahe Froschperspektive.
Die Beispielbilder zeigen zunächst eine Normalperspektive aus Brusthöhe, sowie eine Perspektive die sich am ehesten als die eines Hundes verdeutlichen ließe. Die Normalperspektive zeigt fasst nur den niedriger liegenden Graben und der Himmel wirkt wie ein unwichtiges Nebenelement. Dagegen sorgt die “Hundeperspektive” dafür, dass der Himmel deutlich betont wird, Himmel und Wasser scheinen im Horizont zusammenzufließen.
Die Bedeutungsverschiebung mit Hilfe der Perspektive wird auch bei Portraitaufnahmen von Menschen besonders deutlich. Während leicht von unten fotographierte Bilder das Model größer und mächtiger erscheinen lassen, wirken von leicht oben fotographierte Modelle wortwörtlich Aufschauend und kleiner.
Standpunkt:
Der Standpunkt des Fotographen ist von zentraler Bedeutung, um verschiedenen Bildelementen auf einem Bild verschiedene Wertigkeiten zu geben. Denn während sich mit einer Brennweitenveränderung zwar der dargestellte Bildauschnitt verändern lässt, bleibt dabei das Größenverhältnis von Elementen im Vorder- und Hintergrund immer gleich. Die Standpunktveränderung dagegen erlaubt es, neben der Möglichkeit den Ausschnitt zu ändern, auch, die Größenverhältnisse zwischen Vorder- und Hintergrund zu variieren.
Auf den Beispielbildern wird dies deutlich, wenn man auf den Hintergrund zwischen den beiden Bäumen im rechten Vordergrund achtet.
Würde man von Standpunkt des ersten Bildes nur die Brennweite ändern, würde man zwar die vorderen Baumstämme auf eine ähnliche Größe wie beim zweiten Bild bekommen. Es würde im Hintergrund zwischen den beiden Stämmen trotzdem nur ein Baum sichtbar sein.
Durch die Standortveränderung beim zweiten Bild werden die Baumstämme im Vordergrund größer und zwischen ihnen wird im Hintergrund ein weiterer Baum sichtbar.
Verschlusszeit:
Die Verschluss- oder Belichtungszeit wird in s (Sekunden) angegeben und beschreibt wie lange für eine Aufnahme der Verschluss geöffnet wird und so Licht auf den Aufnahmechip bzw. Film fällt. Grundsätzlich gilt, umso weniger Licht vorhanden ist, umso länger muss belichtet werden. Dies ist aber immer abhängig von der eingestellten Lichtstärke f des verwendeten Objektives und der eingestellten Lichtempfindlichkeit des Chips (ISO). Zu lange Belichtungszeiten führen zu einem überbelichteten Bild, zu kurze zu einem unterbelichteten Bild. Welche Verschlusszeiten verwacklungsfreie Aufnahmen erlauben ist zunächst abhängig von der verwendeten Brennweite. Grundsätzlich gilt, dass sich eine Verschlusszeit von 1/(verwendete Brennweite) (z.B. 1/50 s bei 50mm) Freihand halten lässt. Dies gilt aber nur für nichtbewegte Motive und ist außerdem von der Fähigkeit des Fotographen abhängig die Kamera ruhig zu halten.
Das erste Beispielbild zeigt eine, für die verwendete Brennweite, gerade noch haltbare Verschlusszeit die einen scharfen Vordergrund erlaubte. Das zweite Bild hingegen wurde bewusst mit einer sehr langen Belichtungszeit fotographiert, es wurde während der Aufnahmezeit geblitzt und gezoomt um einen bestimmten Dynamikeffekt zu erzielen. Die Bewegungsunschärfe wurde hierbei bewusst in Kauf genommen.
Weißabgleich:
Der Weißabgleich digitaler Kameras erlaubt es die Aufnahme der Farbtemperatur der Lichtquellen anzupassen.
Neben automatischen Weißabgleichprogrammen bieten moderne Kameras meist verschiedene Weißabgleich Einstellungen für verschiedene Kunst- und Tageslichtsituationen, die jeweils eine möglichst realistische Farbwiedergabe ermöglich sollen. Da der automatische Weißabgleich und die Programme nicht immer 100% treffen, kann man den Weißabgleich anhand einer neutral grauen oder weißen Fläche auch selber einstellen um eine realistische Farbwiedergabe zu erreichen.
Das erste Bild wurde mit einem automatischen Weißabgleich fotographiert und weißt einen deutlichen Gelb-Rotstich auf. Bei der zweiten Aufnahme dagegen wurde der Weißabgleich anhand der weißen Wand im Hintergrund angepasst.







